• Daniela Friedrich

Warum durch Zeitdruck eben doch Diamanten entstehen!

Willst du wissen, warum ich für den Spruch „Unter Druck entstehen Diamanten!“ keinen Euro in das Phrasenschwein bezahle? Warum knappe Deadlines und der damit verbundene Stress nicht nur Nachteile mit sich bringen? Willst du auch noch wissen wohin die Zeit rennt, wenn Sie wegrennt? Na dann auf!




Jeder kennt das:

Es gibt eine Deadline, einen Abgabe- oder PrüfungsterminDieser wurde vergessen – oder vielleicht auch verdrängt:)Gefühlt ist es jetzt viel zu spätDoch die Arbeit muss getan werden… Also los!

Und? Oh Wunder! Man hat es geschafft! Das Projekt ist umgesetzt, der Termin vorbereitet, der Stoff für die Prüfung sitzt, die Koffer sind gepackt…Kennst du auch, oder? Was auch immer das Ziel war. Es ist geschafft.

Ich persönlich bin Meister in Dinge-unter-Zeitdruck fertigzustellen. Als Stress empfinde ich das auch nicht – zumindest nicht rückblickend, denn da freue ich mich nur noch über das in kürzester Zeit entstandene Ergebnis.


DAS Beispiel aus der Zusammenarbeit mit Entwicklern:

Fall 1: Ich frage einen Entwickler: Was denkst du wie lange dauert es dieses Feature einzubauen? Er: 8 Stunden Ich: Mist! Das muss aber in 6 Stunden online gehen. Er nach 5 Stunden: Ist fertig! Ich: Bin begeistert!


Fall 2: Ich frage einen Entwickler: Was denkst du wie lange es dauert dieses Feature einzubauen? Er: 8 Stunden Ich: Ok, das muss bis Ende der Woche fertig sein. Er nach 2 Tagen: Es ist fertig, aber es hat 12 Stunden gedauert. Ich: Bin wenig begeistert!


Was ist hier passiert?

Hat der Entwickler aus Fall 2 etwa getrödelt? Ehrlicherweise war das allzu oft mein Eindruck. Ich habe mir sicherlich hunderte von Erklärungen für dieses Phänomen angehört, aber ich habe es nicht verstanden. Keiner, mit dem ich darüber gesprochen habe, konnte mir eine logische Erklärung dafür geben.


Unser Gehirn reagiert – nicht nur das des Entwicklers

Die beiden Entwickler stehen hier nur beispielhaft. Dieser Fall ist auf jeden Menschen, auf jeden Beruf, auf jede Aufgabe übertragbar und hat noch nicht einmal zwingend etwas mit Beruf oder Privatleben zu tun. Was hier passiert ist eine völlig natürliche Reaktion unseres Gehirns.


Nehmen wir an wir haben noch etwa eine Woche Zeit, um einen Termin vorzubereiten. Wir schätzen die Vorbereitungszeit auf etwa 4 Stunden effektiven Aufwand ein. Wir fangen an eine Präsentation vorzubereiten und machen uns Gedanken, was wir alles zeigen möchten. Wir starten und stellen fest, dass wir hier und dort noch etwas ergänzen könnten.

Mittlerweile sind die 4 Stunden vergangen und wir sind immer noch nicht zufrieden. Unser Plan ist jetzt: Wir schauen uns das ganze morgen nochmal an. Es ist morgen und das Spiel beginnt von vorn. Wir schauen uns die Präsentation von gestern nochmal an und stellen hier etwas um und da etwas um und außerdem könnten wir doch noch etwas ergänzen.

Vorausgesetzt unsere Zeit ließe es zu, könnten wir dieses Vorgehen wahrscheinlich ohne Probleme eine Woche lang fortführen und in den meisten Fällen wären wir am letzten Tag vor dem eigentlichen Termin immer noch nicht ganz zufrieden mit unserer Präsentation – allerdings hätten wir weitaus mehr als 4 Stunden dafür benötigt.


Was wäre aber passiert, wenn wir unter Zeitdruck gestanden hätten? Was wäre, wenn wir keine Woche, sondern wirklich nur genau 4 Stunden vor dem Termin Zeit gehabt hätten? Du ahnst es schon, oder? Das Ergebnis wäre höchstwahrscheinlich das gleiche – nur eben mit dem Unterschied, dass wir wesentlich weniger Zeit aufgewendet hätten.


Die Erklärung

Sobald wir Stress haben und unter Zeitdruck stehen, fokussieren wir uns auf eine Sache. Wir sind konzentriert auf unser Ziel. Wir wissen genau, was mindestens in die Präsentation aufgenommen werden muss und wir werden uns genau darauf konzentrieren, denn wir haben für ein bisschen links und ein bisschen rechts gar keine Zeit. Unser Gehirn schaltet direkt um und arbeitet fokussiert.


Hand aufs Herz!

Kennen wir das Trödeln nicht alle? Fragt ihr Euch nicht auch manchmal wo Eure Zeit hin ist? Ich hab es endlich verstanden bin super glücklich!


Aus eigener Praxis empfehle ich: Mach dir das eben gehörte immer wieder bewusst und überprüfe selbst wo Deine Zeit gerade verschwindet. Überlege Dir genau wie weit du Dir den Rahmen zur Umsetzung von bestimmten Aufgaben steckst. Für mich haben sich mit dieser Erkenntnis so viele Zeitprobleme von selbst gelöst! Und… Sicherlich ist negativer Stress nicht gut für uns und jede Aufgabe benötigt ihre Zeit, doch eben nur genau diese Zeit.