• Daniela Friedrich

Ich musste für ein Weilchen untertauchen…

TV und Radio und damit auch Nachrichten vermeide ich seit Jahren. Früher habe ich das öffentlich nicht gern gesagt, denn: "Man muss sich ja informieren! Das gehört zur Allgemeinbildung!" Heute bin ich stolz und glücklich, dass ich mich von der Dauerberieselung befreit habe.

Überall Menschen, deren größte Sorge dem Klopapier-, Nudel- und Hefevorrat gilt. Als ob heutzutage des Menschen größtes Hobby das Brot backen wäre. Dass durch die Hamsterkäufe einiger, eine Vielzahl an Menschen ihren normalen Haushaltsbedarf nicht mehr decken können, zeigt den puren Egoismus der heutigen Zeit. Vor zwei Wochen habe ich zusätzlich beschlossen eine Social-Media Pause einzulegen bzw. auf ein Minimales herunterzufahren. Meine Freunde habe ich gebeten mir keine Interviews u. ä. Videos mehr zu schicken. Eine Woche lang stand mein Handy auf „nicht stören“, sodass mein Smartphone nur noch einen Ton von sich gegeben hat, wenn mich jemand aus meiner Favoritenliste anrief. Und das war gut so. Es gab (und gibt) ja kein anderes Thema mehr wie DAS Virus. Es war (und ist) kaum zu ertragen, wie sich „Freunde“ plötzlich auf Social-Media mit ihren Posts zu Corona batteln. Jeder eine noch wahrere Wahrheit. Mir ist völlig klar, dass es die eine und die andere Meinung geben muss. Und mir ist auch klar, dass jemand mit Meinung a) seine Argumentation verhärtet, wenn da plötzlich ein anderer auf Meinung b) besteht. Ich weiß selbst wie ich bin. Ich lasse mich auch gern dazu hinreissen mit zu diskutieren. Je mehr mir jemand zu entgegnen hat, umso stärker werden meine Argumente für meine Meinung - zumindest im ersten Moment. Wenn ich mich dann aber aus der Diskussion zurück nehme und nachdenke, merke ich ziemlich schnell, dass meine Meinung auch nicht die einzig wahre ist. Ich fühle mich aktuell richtig entspannt. Alles ist etwas ruhiger geworden und das mitten in der Krise. Warum? Weil ich mich nicht von den Medien pushen lasse. Meine Aufmerksamkeit wird nicht ständig auf das gelenkt, wohin die Medien sie lenken wollten. Wir leben heute in einer Welt, in der sich jeder proaktiv Informationen besorgen kann. Gezielt und eigenverantwortlich und genau dann, wenn man die Information benötigt.

Hand aufs Herz! Wir sitzen alle im gleichen Boot! Egal, was wir über diese Corona Nummer denken - die Entstehung, die Verbreitung und die Maßnahmen. Hört auf euch anzuzicken! Hört auf euch rund um die Uhr diese reißerischen und meinungsmachenden Nachrichten reinzuziehen. Kommt mal ein bisschen runter! Besinnt euch wieder etwas auf die wesentlichen Dinge im Leben - gerade in dieser neuen unbekannten Situation. Ich bin froh, dass ich auch jetzt bei dem bleiben kann, was ich stetig propagiere. Werte wie Vertrauen, Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft und Respekt gehen in unserem digitalen Zeitalter leider allzu oft unter. Doch genau diese Werte entscheiden darüber, ob ein Mensch, ein Team, ein Projekt oder ein Unternehmen erfolgreich ist oder nicht.




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