• Daniela Friedrich

Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice – Steigerung der Leistung oder Freibrief für Faule?

Immer mehr Unternehmen bieten Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit von zu Hause zu arbeiten und das oft auch noch mit freier Zeiteinteilung. Doch es gibt auch noch Firmen, für die das nie in Frage kommen würde. Für mich unvorstellbar!



Gerade in der Digitalbranche ist es mittlerweile Gang und Gäbe, dass Mitarbeiter nicht mehr 9to5 im Büro sitzen müssen. Durch das Arbeiten mit Laptops in der Cloud kann jeder von überall auf alles zugreifen und mit jedem über verschiedenste Tools kommunizieren. Das Vor-Ort-Sein ist nicht mehr zwingend erforderlich.


Ich selbst habe vor ein paar Jahren „Flextimes“ in einer Agentur eingeführt. Am Anfang war es für mich nur eine Idee, die einen Versuch wert war.


Wir waren ein Team von etwa 15 Leuten und es gab genau 2 Regeln:

- bis 10 Uhr muss jeder Bescheid gegeben haben, wann er wie erreichbar istDienstag und Donnerstag sind Präsenztage.

- interne Meetings und, wenn möglich Kundentermine, wurden auf diese beiden Tage gelegt


Und siehe da! Mit einem Mindestmaß an Regeln hat das besser geklappt als vieles andere:) Es gab Mitarbeiter, die das zu 100% genutzt haben und manche haben es gar nicht genutzt. Die sind weiter jeden Tag zu geregelten Zeiten gekommen wie vorher auch. Jeder durfte, aber keiner musste. So konnte jeder genau das wählen, was für ihn am besten gepasst hat.


Vor kurzem hat mir eine Mitarbeiterin einer Agentur erzählt, dass ihr Chef morgens um 3 Minuten nach 8 Uhr in der Agentur anrufen würde, um zu prüfen, ob jemand ans Telefon geht. Ich war schockiert. In meiner Welt unvorstellbar.

Doch natürlich kenne ich auch die Chefs, die mich ganz ungläubig ansehen, wenn ich über flexible Arbeitszeiten spreche. Und nicht nur die Chefs, sondern auch die Mitarbeiter selbst. Der Chef glaubt, dass er von seinen Mitarbeitern ausgenutzt wird und die Mitarbeiter denken, dass ihre Kollegen dann gar nichts mehr arbeiten.


Hand aufs Herz!

Ich bin seit vielen Jahren in der glücklichen Lage, dass ich selbst entscheiden kann, wann ich meine Arbeit erledige. Ob ich das nachts um 2 Uhr oder nachmittags um 15 Uhr erledige, interessiert niemanden – solange es rechtzeitig fertig ist. Diese Freiheit genieße ich bewusst und möchte sie nicht mehr missen.


Liebe Chefs… Was habt ihr denn davon, wenn Eure Mitarbeiter 8 Stunden am Stück bei Euch im Unternehmen sitzen und alle 2 Minuten zum Fenster raussehen, weil das Wetter super ist und sie lieber am See wären?


Liebe Mitarbeiter… Wenn einer eurer Kollegen seine Arbeit am See 3x so schnell erledigt wie wenn er im Büro wäre, weil er eben nicht aus dem Fenster schaut und träumt… Wo ist das Problem?

108 Ansichten