• Daniela Friedrich

Diese Art von Freiheit ist für mich unbezahlbar

Ein Blick in die Berge, ein bisschen Planschen im Pool. Auch so darf ein Arbeitstag aussehen - finde ich!



Mir ist schon lange bewusst, dass ich am besten funktioniere, wenn ich eigenverantwortlich und selbstorganisiert arbeiten kann. Wenn ich ehrlich bin, mache ich das auch so seit ich denken kann. Selbst als Arbeitnehmerin habe ich meinen Tag soweit als möglich selbst organisiert, habe eigenverantwortlich Entscheidungen getroffen - egal, ob sie richtig oder falsch waren.


Allerdings kann ich mich an eine Zeit erinnern als mein Arbeitstag noch um 7.30 Uhr begonnen hat. Der Weg zum Büro war damals eine Strecke von etwa 30km und dauerte mindestens 30 Minuten. Ich weiß nicht wie oft ich damals böse Blicke von meinem damaligen Vorgesetzten zugeworfen bekommen habe, weil ich eben erst um 7.33 Uhr oder um 7.35 Uhr im Büro war. Während ich das tippe, muss ich grinsen, denn ich fand das damals schon lächerlich und heute noch viel mehr. Was geht in einem Vorgesetzten vor, der genervt davon ist, dass jemand wenige Minuten später kommt. Um 7.30 Uhr war ja noch kein Meeting angesetzt und manche haben schon um 7 Uhr begonnen. Das Büro war also besetzt. Ausserdem war ich sicher auch nicht die, die um Punkt 17 Uhr schlagartig das Büro verlassen hat. Im Gegenteil… Zur damaligen Zeit war es ja sogar noch so, dass man nicht von zuhause Arbeiten konnte, sondern länger im Büro bleiben musste oder eben auch mal am Samstag ins Büro fahren musste, wenn man etwas fertig machen wollte, sollte oder musste.


Als ich später die Arbeitszeiten selbst festlegen konnte, hatte das zwar den Vorteil, dass mein Arbeitsbeginn wesentlich später war und mich keiner mehr wegen 5 Minuten hin oder her kontrolliert hat, trotzdem hatte ich immer das Gefühl, dass ich im Büro sein muss, um meinen Mitarbeitern zu zeigen, dass ich da bin. Präsent sein, Vorbild sein, zeigen, dass ich auch etwas tue.


Seit fast 2 Jahren bin ich jetzt selbständig, ohne Mitarbeiter in einem Büro, aber mit Geschäftspartnern, Kollegen und Kunden, die sich auf mich verlassen können. Mal bin ich dort vor Ort. Mal nicht. Und wenn ich nicht vor Ort bin, dann bin ich einfach irgendwo. Meine Mails schreibe ich auf dem Balkon, am See oder im Homeoffice. Meine Calls mache ich im Auto, im Hotel oder wo auch immer ich gerade bin. Es spielt keine Rolle in welcher Stadt oder in welchem Land ich mich gerade aufhalte. Diese Zeilen hier schreibe ich gerade auf einem Campingplatz in Südtirol. Es ist abends um 18.36 Uhr, der Grill wird gerade eingeheizt, ein kühles Glas Weißwein steht vor mir und die Sonne scheint noch auf den Berg gegenüber. Ich kann mir gerade keine Situation vorstellen, mit der ich „Freiheit pur“ besser beschreiben könnte.



Hand aufs Herz!


Den heutigen Nachmittag habe ich mit meinem Laptop am Pool verbracht. Meine Mails sind erledigt und mein Kundentermin ist für morgen vorbereitet. Ich kann mittlerweile eine Woche verreisen und die meisten merken gar nicht, dass ich nicht da bin. Termine mit Kunden und wichtige Telefonate lege ich so, dass sie direkt nach dem Frühstück sind. Danach gestalte ich meinen Tag wie ich möchte. Was kann ich mir schöneres wünschen?


Jetzt kann man denken, dass das kein Urlaub ist, keine Entspannung, keine Freiheit. Natürlich erfordert es Selbstdisziplin an wunderschönen Orten zu arbeiten und nicht einfach nur zu chillen. Aber Hand aufs Herz! Arbeiten müssen die meisten von uns ja doch. Da arbeite ich lieber in einer wunderschönen Umgebung und genieße diese wahnsinnige Freiheit, dass ich wählen darf wo ich gerade sein möchte:)

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