• Daniela Friedrich

Früher war meine Oma agil. Heute sind es Projekte, Teams und Unternehmen.

„Agil“ war vor wenigen Jahrzehnten noch ein Wort, welches man hauptsächlich im Zusammenhang mit Menschen im fortgeschrittenen Alter nutzte. Ein älterer Herr, der rüstig und schnellen Schrittes seine Einkäufe erledigte, war agil. Jemand, der für sein hohes Alter immer noch sehr fit im Kopf war, wurde als „agil“ bezeichnet.


Wie kam es also dazu, dass heute „agil“ das Wort überhaupt ist? Agiles Projektmanagement, agile Methoden, agile Teams, agile Unternehmen, agile Unternehmensführung. Wenn man sich nicht in die Gruppe wenigstens einer der eben genannten Gruppen einordnen darf, ist man praktisch… Ja, was ist man dann eigentlich? Nicht trendy? Nicht hip? Nicht fit?


Für was steht agil denn heute? Synonyme sind: beweglich, geschickt, wendig, flexibel, lebendig uvm.


Was bedeutet es in unserer heutigen Zeit agil zu sein? Unsere Welt wird immer komplexer und dreht sich schneller. Für lange Planungs- und Konzeptionsphasen, haben wir oft keine Zeit. Die Technik, der Markt - was auch immer die Einflussfaktoren sind - ändern sich so schnell, dass wir Möglichkeiten benötigen, um während der Entwicklung flexibel auf äußere Einflüsse reagieren zu können. Agil sein eben.


Heute festgelegte Unternehmensziele für das kommende Jahr, können in 3 Monaten schon obsolet sein. Eine Anforderungen an eine Software, können morgen schon von einer neuen Technologie überholt sein. Wir benötigen also Methoden und Frameworks, die uns einen Rahmen geben, in dem wir uns schneller an die aktuellen Geschehnisse anpassen können.



Hand aufs Herz!


Bei uns in der IT-Branche schreibt sich wirklich jeder auf die Fahne, dass er sein Projektmanagement mit Scrum macht, sein Unternehmen agil führt und was nicht alles noch. Aber ist das wirklich so? Durch meinen Job habe ich ja immer wieder Einblick in andere Unternehmen und in mir macht sich nach wie vor das Gefühl breit, dass die meisten nicht einmal wissen, was alles zu einem agilen Ansatz gehört. Schade eigentlich, denn aus meiner Sicht werden sich Unternehmen schwer tun, wenn sie sich weiterhin unter ihrer Fahne verstecken und nicht anfangen wirklich zu leben, was sie propagieren.

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